[002] WANN ist die Hood ruhig? #wann [Oldschool-Blogs]

Es ist ein stabiler morgen. Weit und breit keine Zinker zu sehen und die Pfandflaschen-Hustler von den Skreets klettern noch auf die letzten Balkons um leere Tyskie-Flaschen zu holen. Haram Hassan geht wieder richtig hart und klettert gerade an der Regenrinne mit 2 Tyskie-Kästen (voll) von einem Balkon im 3. Stock herunter. Ich freue mich, dass dieser Synek seinen hustle so real keept und will ihm ein Shoutout von meinem Fenster aus geben. Kaum trete ich ans Fenster sehe ich wie erste Gardinen von umstehenden Häusern zugezogen werden. Habe ich etwa wieder versehentlich vor 12 Uhr meinen Bizeps angefickt? Oder wollen sie mich wieder nur testen? Egal, ich zieh mein Ding durch und gebe Hassan einen Shoutout. Er weiß, dass ich cool mit ihm bin aber er muss trotzdem 2 Tyksie-Flaschen abdrücken. Mit kurdischer Wurftechnik wirft er mir die Flaschen zu, kaum Drehungen in der Flugbahn ready zum Exen. Gesagt getan. Promille läuft bei mir.

Mein Nachbar hat mal wieder ein Zeitungsabo abgeschlossen, schon das dritte diesen Monat. Ich habe zu ihm gesagt er soll aufhören mit dem Scheiß. Er meint aber, dass er schon weiß was er macht und dass er auch mit seiner Trisomie 21 selbstständig leben kann. Ich denke mir wenn er wirklich mit diesem Trisomie-shit ficken will, dann soll er es machen und lasse auch ihn abdrücken. Er hilft mir trotz Gehstörung seinen Fernseher zu tragen. Richtiger #Ehrenmann. Wenn ich mal groß raus komme, dann werde ich für ihn beten. Bei mir angekommen bedankt er sich freundlich. Aber der Huan braucht gar so nicht zu tun. Erzählt mir gerade noch ganz stolz von seinem Zeitungsabo und tut jetzt so, als wenn er das Wort Zeitung auf einmal gar nicht mehr kennt. Ich deute eine Erziehungsschelle an und er rennt. Ich höre noch wie er zwei Stockwerke tiefer hinfällt. Aber mit seinen Tricks kommt er bei mir nicht weiter. „Was denkst du wer du bist?“ schreie ich ins Treppenhaus – aber mit einem charmanten Unterton. Ich gehe in meine Wohnung und schmeiße seinen Fernseher aus dem Fenster um zu verdeutlichen, dass ich auf sein Leben scheiße. Er versteht das Zeichen und kommt endlich mit der Zeitung ran. Ich bin stolz auf ihn und gebe ihm meinen Respekt. „Wüsste ich es nicht besser würde ich sagen du hättest Trisomie 22 Bruder“, sag ich zu ihm. Lachend hinkt er wieder nach unten und klatscht dabei so fröhlich in die Hände, dass man denken könnte er hätte eine Behinderung.

Wie ich ihm so hinterher gucke weiß ich, dass ich meine gute Tat des Tages vollbracht habe und schweife ab in Gedanken. Ich frage mich, ob ich langsam zu nett für die skreets bin… Egal, Nachdenken ist was für almans sage ich mir und gebe dabei einen Drehkick mit Vollspann gegen die Wohnungstür meines Nachbarns.

Ich muss erstmal wieder runter kommen und setze mich hin um zu lesen. In der Zeitung steht, dass meine Chabs aus Flüchtlingslagerstan es immer schwerer haben ins Land zu kommen, denn mittlerweile haben sich die Patrioten mit den Polenhassern verbündet. Ich rege mich auf, weil ich schon auf dem letzten Tyskie-Fest die Zeichen erkannt habe aber nichts unternommen habe. Um jetzt selbst ein Zeichen zu setzen lege ich Meddl auf. Wer es bisher noch nicht wusste weiß spätestens jetzt, dass ich wesentlich stärker bin als billige kleine Kaggnatzis. Ich höre wie bei dem Lied My heart will go on von Celine Dion bei Sekunde 31 „rein zufällig“ eine Tasse in der Nachbarwohnung runter fällt. Der Hurensohn will mich also auch noch testen. Weil ich ein beherrschter Dude bin stehe ich ohne zu schreien auf, mache die Musik aus und stelle mich vor seine Wohnungstür. Ich brauche nicht zu Klopfen, er weiß, dass ich wieder da bin. Ich höre wie er ankommt und durch den Tür-Spion guckt. Ich gebe ihm face to face und gucke ihm direkt in die Augen. Wollen wir mal sehen wer hier wen testet. Egal, ich habe keine Zeit für Spielereien. Ich ziehe mein Messer und steche auf seine Tür ein und ertappe mich dann doch dabei, wie ich dezent die Haltung verloren habe und schreie: WAS TASSE AUF DEM BODEN? #WAS. Ich höre wie er sich schnell von der Tür zurückzieht und am Telefon 110 wählt. Der Synek ist bedient. Ich verdeutliche ihm mit zwei letzten Faustschlägen und einen Ellenbogen von schräg unten mit Technik gegen die Tür, dass ich jetzt wieder gehe.

Am Ende bleibt für mich aber wieder nur die eine Frage: In was für einer Welt leben wir eigentlich, Rooz?